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Gruppe 1070 Erlangen
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rettender Brief
Eilaktionen können Leben retten
  Literaturfreunde treten auch für Menschenrechte ein  
  Auch auf dem 28. Erlanger Poetenfest findet Amnesty International (AI) Unterstützer - Schwerpunkt diesmal China  
  Im ersten Moment ist man etwas irritiert, weil man einen solchen Stand auf dem Poetenfest nicht erwarten würde. Schließlich liegen da keine Bücher aus, ist auch keine Autorin anwesend, die sich aufs Podium wagen würde. Dafür hängen einige "Steckbriefe" am Infostand - es ist die Ortsgruppe Erlangen von Amnesty International.  
  Mit Unterstützung des Kultur- und Freizeitamtes konnte die Erlanger Gruppe auch in diesem Jahr mit einem Infostand im Schlossgarten auf die schwierige Situation von Schriftstellern und Journalisten hinweisen, die ihre Menschenrechte auf freie Meinungsäußerung nicht ausüben können. Das (immer noch) aktuelle Thema in diesem Jahr ist China.

"Da China seit einiger Zeit noch härter als zuvor gegen Kritiker des Systems vorgeht, wollen wir im Anschluss an unsere internationale Kampagne "Gold für Menschen-rechte" (anlässlich der Olympischen Spiele, d. Red.) mit der diesjährigen Briefaktion die chinesische Regierung zur Freilassung des chinesischen Schriftstellers Yang Tongyan und der Schriftsteller und Journalisten Shi Tao und Huang Jinqiu veranlassen", sagt Kornelia Gallwas, die Sprecherin der Erlanger AI-Gruppe.

Die drei Autoren werden von Amnesty International als politisch missliebige, mithin politische Gefangene betrachtet, da sie ausschließlich wegen ihres friedlichen Eintretens für ihre grundlegenden Menschenrechte auf Meinungs- und Vereinigungsfreiheit zu Freiheitsstrafen von zehn bis zwölf Jahren verurteilt wurden und teilweise nicht einmal eine angemessene medizinische Versorgung im Gefängnis erhalten.

Eine E-Mail - zehn Jahre Haft

Insbesondere am Fall von Shi Tao zeige sich die massive Einschränkung journalistischer Tätigkeit in China, erzählt ihre Kollegin Bettina Fettich, dieser habe lediglich an eine ausländische Webseite eine E-Mail mit Angaben über die Warnung der Regierung an chinesische Journalisten im Vorfeld des 15. Jahrestages des Massakers auf dem Tianamen-Platz geschrieben. Wegen angeblichen Verrats von Staatsgeheimnissen wurde er gerade zu zehn Jahren Haft verurteilt.

Die Erfahrungen, die die AI-Gruppe am Poetenfest seit Jahren macht "ist außerordentlich ermutigend", wie Gallwas und Fettich sagen. "Bisher konnten schon mehr als 100 Briefe an die Staatsführung in Peking geschickt werden."

Peter Millian - Erlanger Nachrichten, 3.9.2008 (Lokalteil)
Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung des Textarchivs der NÜRNBERGER NACHRICHTEN

Stand am Poetenfest
Dauerpräsenz mit wechselnden Ehrenamtlichen beim Poetenfest: Die Erlanger Gruppe von Amnesty International (AI) sucht Unterstützer.
Photo ©

 
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    Letzte Änderung 10.4.2009 © M.Hoheisel